Nachhaltigkeit endet nicht mit der Fertigstellung eines Gebäudes. Entscheidend ist auch, wie eine Liegenschaft im Alltag bewirtschaftet wird – und wie mit den Menschen umgegangen wird, die darin wohnen und arbeiten. Aus diesem Grund hat Abendrot 2015 die eigene Tochtergesellschaft Abendrot Immobilien AG (AIAG) gegründet. Sie sorgt für die notwendige Nähe zu den Mietenden und stellt sicher, dass auch in der täglichen Bewirtschaftung die Grundsätze von Abendrot zum Tragen kommen: sozial, nachhaltig und langfristig orientiert.
Der Anspruch der AIAG ist es, möglichst nah bei den Menschen sein, die in den Liegenschaften wohnen und arbeiten. «Wir suchen bewusst die Nähe zu unseren Mietenden», sagt Geschäftsleiter Stefan Wolf. Das gilt für Wohn-, Gewerbe- und Büroräume. Die Mitarbeitenden der AIAG sind persönlich erreichbar und nehmen sich der Anliegen ihrer Kundinnen und Kunden an.
Diese Nähe zeigt sich auch bei der Vermietung. Nicht immer entscheidet allein die beste Bonität darüber, wer eine Wohnung oder Gewerbefläche erhält. Die AIAG achtet bewusst darauf, auch Bewerbende zu berücksichtigen, die nicht die «gängigen» Kriterien erfüllen. Ziel ist eine gute Durchmischung innerhalb der einzelnen Liegenschaften.
Nicht alle Liegenschaften werden direkt durch die AIAG bewirtschaftet. Ausserhalb der Nordwestschweiz arbeitet Abendrot mit regionalen Partnerinnen und Partnern zusammen. Sie übernehmen vor Ort den direkten Kontakt mit den Mietenden, den ordentlichen Unterhalt und die Wiedervermietung. Die AIAG koordiniert darüber hinausgehende Arbeiten und übernimmt die gesamte administrative Bewirtschaftung – von den Mietverträgen über das Inkasso bis zu den Heiz- und Nebenkostenabrechnungen. So bleibt die Verbindung zu den Liegenschaften und ihren Mietenden auch dort bestehen, wo eine externe Verwaltung vor Ort tätig ist.
Nachhaltigkeit zeigt sich im Alltag
Der Nachhaltigkeitsanspruch von Abendrot prägt auch die tägliche Bewirtschaftung. Bei einem defekten Gerät oder einer beschädigten Einrichtung steht deshalb zunächst die Reparatur im Vordergrund. Erst wenn eine Instandstellung wirtschaftlich keinen Sinn mehr ergibt, wird ein Ersatz geprüft. Auch bei Wohnungsinstandstellungen bei Renovationen und Wohnungsübergaben gilt: Es soll nicht alles erneuert werden, sondern nur das, was tatsächlich notwendig ist.
Eine Schnittstelle mit zwei Perspektiven
Die AIAG muss dabei zwei Perspektiven berücksichtigen: Auf der einen Seite stehen die langfristigen Anlageziele von Abendrot. Die Immobilien sollen ihren Wert erhalten, nachhaltig entwickelt werden und langfristig einen stabilen Beitrag zur beruflichen Vorsorge leisten. Auf der anderen Seite stehen die Bedürfnisse der Menschen, die diese Immobilien täglich nutzen.
Diese beiden Perspektiven zusammenzubringen, ist eine der zentralen Aufgaben der Immobilienbewirtschaftung. «Wir müssen nahe am Markt sein, um Projekte entwickeln und Liegenschaften anbieten zu können, die den Bedürfnissen der Mietenden entsprechen», sagt Wolf.
Das Ohr bei den Mietenden
Wie gut das in der Praxis ankommt, wollte die AIAG Anfang 2026 genauer wissen. Mit einer umfassenden Mieterumfrage erhob sie, wie zufrieden die Mietenden mit ihrer Wohn- oder Arbeitssituation und mit der Bewirtschaftung sind.
«Bei diesem Punkt muss ich mich primär bei Abendrot bedanken, da diese mir die Objekte zur Verfügung stellt, welche ich den Mietenden anbieten kann», sagt Wolf dazu – ein Verweis auf das enge Zusammenspiel zwischen Eigentümerin und Bewirtschafterin, das sich am Ende in der Zufriedenheit der Mietenden niederschlägt.
Digitalisierung mit Augenmass
An den eigenen Zielen und Werten will die AIAG auch in Zukunft festhalten. Deshalb treibt sie auch die Digitalisierung voran, um die Kommunikationswege zu vereinfachen. Aktuell bei den internen Prozessen; als nächster Schritt ist ein Kundenportal geplant, über das Mietende ihre Anliegen künftig jederzeit auch digital mitteilen können.
Bei aller technischen Entwicklung bleibt die Stärke der AIAG jedoch der persönliche Kontakt. «Mitarbeitende, welche den persönlichen Austausch mit Mitmenschen nicht schätzten, würden sich bei uns vermutlich nicht wohlfühlen», sagt Wolf.