Mit der Sanierung und Aufstockung der Halle 181.2/3 wurde der vorerst letzte Entwicklungsbaustein auf dem Lagerplatz in Winterthur per Ende 2025 erfolgreich abgeschlossen. In enger Zusammenarbeit mit der Totalunternehmerin Complex Bau AG und dem auf dem Areal ansässigen Architekturbüro RWPA sind neue Wohn- und Gewerberäume entstanden – und mit ihnen ein Ort, an dem Arbeiten, Leben und Begegnung weiter zusammenwachsen.
Sanierung und Umbau des Bestandes
Im überhohen Erdgeschoss der Halle 181.3 wurden Gewerbeateliers realisiert, viele davon mit Galerie und zusätzlichen Lagerflächen in der angrenzenden Halle. Bestehende Elemente wie Backsteinwände, Stahlträger und Holzdecken wurden bewusst erhalten und weitergenutzt. Diese Verbindung von Bestand und Ergänzung entspricht dem Ansatz von Abendrot, vorhandene Qualitäten zu bewahren und mit neuen Nutzungen weiterzudenken.
Bereits während der Schlussphase der Bauarbeiten wurden erste Mieterausbauten umgesetzt, sodass der Bezug ab Dezember 2025 etappiert starten konnte. Seit April 2026 sind sämtliche Einheiten vermietet – teils an neue Nutzerinnen und Nutzer, teils an bestehende Akteure des Lagerplatzes.
Die Nutzung ist vielfältig: So gibt es beispielsweise einen Hundesalon, einen Friseursalon, eine Mikrobäckerei, ein Pilatesstudio, Psychotherapieangebote, einen Blumenladen, ein Keramikstudio, Paddys VeloBar sowie viele weitere – auch ruhigere Büro- und Gewerbenutzungen. Die Halle 181.2 wird weiterhin zu einem grossen Teil vom Dampfzentrum genutzt, und die ZHAW hat Anfang 2026 ihre neuen Schulungsräume bezogen. Insgesamt entsteht so die für den Lagerplatz typische Mischung aus Aktivität und Nachbarschaft.
Aufstockung
Die Aufstockung setzt mit einem viergeschossigen Holzbau und vorgelagertem Laubengang einen klaren architektonischen Akzent und ergänzt den Bestand um zusätzlichen Raum für Wohnen und Arbeiten. Es sind 22 neue Mieteinheiten entstanden. Die Wohnateliers werden über einen Lift sowie den Laubengang erschlossen, der zugleich als verbindendes Element dient. Der Holzbau bleibt auch im Inneren sichtbar und prägt die Atmosphäre der Räume.
In den Wohnateliers kommen teilweise neue Küchen zum Einsatz, teilweise konnten passende gebrauchte Küchen – im Sinne des Re-use – integriert werden. Ergänzt wird das Angebot durch eine grosszügige gemeinsame Dachterrasse.
Auch das Dach wurde umfassend saniert und angepasst: Neue verglaste Oblichter bringen zusätzliches Tageslicht ins Gebäude, die Dachfläche wurde saniert, mit Totholzelementen zur Förderung der Biodiversität ergänzt und mit PV-Modulen ausgestattet.
Mit dem Einzug der neuen Nutzerinnen und Nutzer beginnt die eigentliche Entwicklung: Räume werden angeeignet, gestaltet und mit Leben gefüllt. Noch ist nicht alles vollständig eingerichtet – und doch ist bereits spürbar, wie sich der Ort Schritt für Schritt verwandelt.
Neue Qualitäten im Aussenraum
Mit dem Abschluss der Bauarbeiten beginnt auch im Aussenraum ein neues Kapitel. Die Gasse zwischen Halle 181 und Halle 194 wurde im Herbst 2025 teilweise entsiegelt und mit fünf Bäumen – Eichen und Hagebuchen – bepflanzt. Mit der Zeit werden sie Schatten spenden, den Raum prägen und ihm eine neue Atmosphäre verleihen. Wo zuvor vor allem Durchgangsraum war, entsteht nun ein Ort zum Verweilen und Begegnen. Offene Erdgeschosszonen und der neue Laubengang verbinden Innen- und Aussenraum und schaffen zusätzliche Möglichkeiten für Austausch. Sitzgelegenheiten ergänzen diesen Raum und stärken seine Aufenthaltsqualität.
Die Kombination aus vielfältigen Nutzungen, gemeinschaftlichen Räumen und einem sorgfältig gestalteten Aussenraum schafft die Grundlage für ein lebendiges Miteinander.
Abschluss und Ausblick
Mit der Fertigstellung der Halle 181.2/3 ist die bauliche Entwicklung des Lagerplatzes abgeschlossen. Gleichzeitig beginnt eine neue Phase: jene der Nutzung, Aneignung und Weiterentwicklung durch die Menschen vor Ort. Der Lagerplatz wächst damit nicht mehr baulich – sondern durch das, was hier täglich gelebt, gestaltet und weiterentwickelt wird.
Projektleitung Abendrot: Jasmin Winterer