Der erste Jahresbericht zum Photovoltaik-Monitoring 2025 zeigt: Abendrot produziert zunehmend eigenen Strom – und richtet den Fokus verstärkt auf dessen Nutzung vor Ort. Neben einer soliden Produktionsbilanz rückt damit vor allem die Steigerung des Eigenverbrauchs in den Mittelpunkt.
Seit rund 15 Jahren setzt Abendrot auf Photovoltaik. Was mit vermieteten Dachflächen begann, wurde mit der ersten eigenen Anlage an der Güterstrasse in Basel weiterentwickelt und seither konsequent ausgebaut – stets in Verbindung mit Neubauten, Sanierungen und der Weiterentwicklung der Gebäudetechnik.
Erkenntnisse aus dem Monitoring
Mit dem 2024 gestarteten Monitoring über alle Photovoltaikanlagen liegen erstmals umfassende Auswertungen vor. Die Anlagenverfügbarkeit lag 2025 bei erfreulichen 97 Prozent.
Gleichzeitig zeigt sich weiteres Optimierungspotenzial im Betrieb: Durch gezielte Massnahmen – etwa die Reinigung der Module – lässt sich die Jahresproduktion um rund 15 Prozent steigern. Das Monitoring wird damit zu einem zentralen Instrument für die qualitative Weiterentwicklung des Bestands.
Im Jahr 2025 produzierten die Anlagen insgesamt 1’342’402 kWh Strom. Mit den aktuell in Planung und Bau befindlichen Projekten wird noch im laufenden Jahr eine Produktionskapazität von über 2 GWh erreicht. Das entspricht dem Bedarf von rund 400 bis 450 Haushalten. Die Photovoltaik leistet damit einen konkreten Beitrag zur Eigenversorgung – bleibt jedoch Teil einer umfassenderen energetischen Gesamtbetrachtung.
Eigenverbrauch als zentrale Herausforderung
Mit der Revision des Energiegesetzes per 1. Januar 2025 hat sich der Fokus verschoben: Entscheidend ist heute weniger die reine Produktion als vielmehr die effiziente Nutzung des erzeugten Stroms vor Ort.
Abendrot setzt sich seit Jahren mit Modellen wie dem Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) auseinander und verfolgt auch neue Ansätze wie virtuelle ZEV oder lokale Elektrizitätsgemeinschaften. Die zunehmende Dynamik regulatorischer und technischer Rahmenbedingungen stellt dabei eine Herausforderung dar. Entsprechend schätzt Abendrot die Zusammenarbeit mit erfahrenen Partnerunternehmen. Bei neuen oder sich wandelnden Arealen wird bereits bei der Erschliessung – wo immer möglich – darauf hingewirkt, die Voraussetzungen für einen möglichst hohen Eigenverbrauch zu schaffen.
Strategien für die Weiterentwicklung
Die Frage, wie der erzeugte Strom vor Ort noch besser genutzt werden kann, verlangt nach neuen und kreativen Lösungen.
Eine Möglichkeit sind Batteriespeicher: technisch längst etabliert, im Mietbereich jedoch erst unter den aktuellen Rahmenbedingungen zunehmend tragfähig. Photovoltaik-Fassaden bieten zwar Potenzial, stehen jedoch noch am Anfang der praktischen Anwendung und müssen jeweils gegen andere Nachhaltigkeitsziele – etwa den Einsatz von Re-Use-Elementen – abgewogen werden.
Der Ausbau der Elektromobilität folgt den wachsenden Bedürfnissen der Mieterschaft, sei es für PKWs oder E-Bikes. Die dafür notwendigen Installationen sind im Mietkontext kostenintensiv, eröffnen jedoch zusätzliche Möglichkeiten, den Eigenverbrauch gezielt zu erhöhen. Entsprechend bereitet Abendrot seine Liegenschaften bereits seit einiger Zeit konsequent darauf vor – teilweise auch im Rahmen kantonaler Vorgaben.
Abendrot prüft alle Optionen kontinuierlich – mit Neugier, aber auch mit Augenmass. Entscheidend ist, Lösungen zu finden, die im Alltag funktionieren und langfristig tragfähig sind.
Projektleitung Abendrot: Tilman Körner