Seit 2017 ist Enza Bögli Geschäftsführerin der Stiftung Abendrot und steuert gemeinsam mit Nicole Valet und Stephan Bannwart das Wachstum und die strategische Ausrichtung der Vorsorgeeinrichtung. Unser Lernender, Sedia Manneh, hat mit ihr über Führung, Nachhaltigkeit und die besonderen Momente gesprochen, die ihre Arbeit prägen.
Sedia Manneh: «Ich habe meine Ausbildung bei Abendrot im August 2024 begonnen. Für den Bereich Kommunikation habe ich mir vorgenommen, die verschiedenen Teams und Abteilungen unserer Stiftung vorzustellen. Nach dem Kundendienst, Offertenteam und Case Management werfen wir diesmal einen Blick auf die Geschäftsleitung.»
Frau Bögli, was sind die Hauptaufgaben der Geschäftsleitung bei Abendrot?
Die Geschäftsleitung ist für die operative Leitung der Stiftung zuständig. Wir beraten den Stiftungsrat, bereiten die Sitzungen vor und setzen die Beschlüsse des Stiftungsrates sowie der Anlageausschüsse um. Eine zentrale Verantwortung liegt darin, sicherzustellen, dass alle gesetzlichen und reglementarischen Bestimmungen eingehalten werden. Wir sorgen dafür, dass die Vorsorgeversprechen gegenüber unseren über 17.000 Versicherten jederzeit eingehalten werden können.
Wie teilen Sie sich die Verantwortungsbereiche innerhalb der Geschäftsleitung auf?
Nebst mir sind noch Nicole Valet und Stephan Bannwart in der Geschäftsleitung tätig. Nicole Valet ist hauptsächlich für den Vorsorgebereich zuständig – der unter anderem auch den direkten Kontakt zu unseren Versicherten und angeschlossenen Unternehmen beinhaltet. Stephan Bannwart verantwortet die Finanzen, während ich mich um die Zusammenarbeit mit dem Stiftungsrat und die Immobilien kümmere. Diese Aufteilung ermöglicht es uns, in jedem Bereich die nötige Tiefe und Expertise zu gewährleisten.
Wie messen Sie den Erfolg Ihrer Arbeit?
Der Erfolg zeigt sich für mich darin, dass unsere Pensionskasse stetig wächst und unsere Versicherten sowie die angeschlossenen Unternehmen zufrieden mit uns sind. Wenn sie treue Kunden von Abendrot bleiben und uns ihr Vertrauen schenken, dann wissen wir, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Natürlich spielen auch Kennzahlen wie der Deckungsgrad und die Rendite eine wichtige Rolle, aber letztlich geht es um das Vertrauen der Menschen, die uns ihr Vorsorgegeld anvertrauen.
Wie führen Sie die verschiedenen Abteilungen von Abendrot?
Jedes Geschäftsleitungsmitglied hat seine Abteilungen, für die es die Verantwortung trägt. Dabei werden wir von Teamleitenden unterstützt, die ihre Abteilung führen und über gute Kenntnisse auf ihrem Gebiet verfügen. Dieser Ansatz ermöglicht es uns, sowohl strategisch als auch operativ nah am Geschehen zu sein. Wir fördern eine Kultur der offenen Kommunikation und des gegenseitigen Respekts – das ist mir persönlich sehr wichtig.
Was unterscheidet Abendrot Ihrer Meinung nach von anderen Pensionskassen?
Das sind ganz klar die nachhaltigen Anlagen. Seit der Gründung legt Abendrot die Vorsorgegelder ausschliesslich nachhaltig an. Das ist unser Kern, unsere DNA. Und seit ein paar Jahren gehen wir noch einen Schritt weiter: Wir zeigen auch die Wirkung unserer Anlagen auf – was bis jetzt noch keine andere Pensionskasse macht. Wir machen sichtbar, was mit dem Geld passiert und welchen positiven Beitrag unsere Investments für Gesellschaft und Umwelt leisten. Das ist einzigartig und darauf sind wir sehr stolz.
Welcher Moment in Ihrer Tätigkeit hat Sie am meisten geprägt – im positiven oder im herausfordernden Sinn?
Herausfordernd war definitiv der Grossbrand unserer Liegenschaft in Laufen. Das war sehr einschneidend und hat uns vor allem in Bezug auf die einzelnen Schicksale der Mietenden und der Medienarbeit vor grosse Herausforderungen gestellt. Plötzlich stand Abendrot im Fokus der Öffentlichkeit – und zwar in einer Art, die wir uns natürlich nicht gewünscht haben.
Sehr positiv bleiben mir dagegen die Delegiertenversammlungen in Erinnerung. Der Austausch mit unseren Versicherten ist jeweils sehr interessant und bereichernd. Es tut gut, wenn man Lob und Wohlwollen für unsere Arbeit erhält. Diese direkten Begegnungen zeigen mir immer wieder, wofür wir jeden Tag arbeiten.
Was motiviert Sie persönlich, sich Tag für Tag für Abendrot einzusetzen? Und welche Momente bereiten Ihnen bei Ihrer Arbeit besonders Freude?
Die tollen, motivierten Mitarbeitenden! Das ist der grösste Motivationsfaktor. Zudem ist die berufliche Vorsorge ein sehr spannendes und abwechslungsreiches Aufgabengebiet. Ich liebe meinen Job, der fast jeden Tag eine neue Herausforderung bringt.
Besonders Freude macht mir, wenn wir bei schwierigen Themen gemeinsam eine tolle Lösung finden, mit der alle zufrieden sind. Diese Momente der Zusammenarbeit, wenn wir als Team etwas erreichen, das wirklich zählt – das ist es, was mich antreibt.
Wo sehen Sie Abendrot in den nächsten fünf bis zehn Jahren?
Abendrot wird weiterhin wachsen und mit ihren Anlagen viel Gutes bewirken. Ich bin überzeugt, dass unser Ansatz der nachhaltigen Vorsorge immer mehr an Bedeutung gewinnen wird. Die Menschen werden sich zunehmend bewusst, dass ihr Geld eine Wirkung hat – und wir bei Abendrot werden weiterhin die Pionierin sein, die diese Wirkung sichtbar macht und positiv gestaltet.