Meine Arbeit für den Stiftungsrat – Benjamin Jenzer, Lehrperson

Benjamin Jenzer, Stiftungsrat und ab August 2026 Mitglied des Anlageausschusses Immobilien

Wie trifft eine Pensionskasse ihre Entscheide? Wer stellt sicher, dass die Interessen der Versicherten stets im Zentrum stehen? Bei Abendrot übernimmt diese Verantwortung der Stiftungsrat – ein Gremium aus engagierten Arbeitgebenden und Arbeitnehmenden angeschlossener Betriebe.

In unserer Interviewserie geben Mitglieder des Stiftungsrats Einblick in ihre Motivation, ihre Arbeit und ihre Sicht auf die nachhaltige Vorsorge. Diesmal stellen wir Benjamin Jenzer vor. Er ist seit Anfang 2024 Mitglied des Stiftungsrats und nimmt ab August neu auch im Anlageausschuss Immobilien Einsitz.

 

Lieber Benjamin, was hat dich persönlich motiviert, im Stiftungsrat der Abendrot Verantwortung zu übernehmen?

Durch meine Wahl in die Personalvorsorgekommission habe ich mich tiefer mit Abendrot auseinandergesetzt. Mich hat fasziniert, dass eine Pensionskasse ökologisch und sozial verantwortlich investieren und gleichzeitig eine marktgerechte Verzinsung erzielen kann.

Da ich in der Vergangenheit in der Immobilienwelt tätig war, hat mich zudem das grosse Immobilienportfolio interessiert, das auf Umnutzungen und den Erhalt bestehender Liegenschaften ausgerichtet ist.

 

Wie bringst du deine persönlichen Werte und Überzeugungen in die Arbeit für eine nachhaltige Pensionskasse ein?

In den Diskussionen im Stiftungsrat ist es mir wichtig, dass wir der DNA von Abendrot treu bleiben. Sozialverträgliche und umweltschonende Projekte liegen mir persönlich sehr am Herzen. Besonders wichtig ist mir auch der Globale Süden, für den ich mich privat engagiere.

Auch bei unseren Immobilien bin ich überzeugt, dass nicht die höchstmögliche Miete das Ziel sein sollte. Langfristig führen faire Mietzinse zu stabileren Mietverhältnissen und damit letztlich auch zu einer nachhaltigeren Rendite.

 

Welche Weichen muss der Stiftungsrat stellen, damit Abendrot auch künftig als Pionierin für Nachhaltigkeit wahrgenommen wird?

Die entscheidenden Weichen wurden bereits mit der Gründung von Abendrot gestellt. Seither hat die Stiftung immer wieder bewiesen, dass Nachhaltigkeit und eine gute Rendite keinen Widerspruch darstellen.

Damit dies auch wahrgenommen wird, ist es wichtig, die dahinterstehenden Überzeugungen und Beispiele sichtbar zu machen. Unser Kommunikationsteam leistet dabei hervorragende Arbeit. Die Auszeichnung unserer digitalen Wirkungsreise mit dem Innovationspreis zeigt, wie sichtbar dieses Engagement inzwischen geworden ist.

Wenn Versicherte ihre Pensionskassen vermehrt in die Verantwortung nehmen, nachhaltig anzulegen, kann gemeinsam viel erreicht werden.

 

Was sind aus deiner Sicht aktuell die grössten Spannungsfelder zwischen Sicherheit, Rendite und Wirkung im Anlagegeschäft?

In Zeiten von Kriegen und Rohstoffknappheit ist dieses Spannungsfeld grösser geworden. Andere Marktteilnehmende investieren beispielsweise in die Rüstungsindustrie oder in den Rohstoffhandel. Dadurch kann es vorkommen, dass wir kurzfristig leicht unter dem Durchschnitt liegen – dafür jedoch im Einklang mit unseren eigenen Grundsätzen und unserer Anlagephilosophie. Gleichzeitig konnten wir die Altersguthaben im vergangenen Jahr mit starken 5,5 Prozent verzinsen.

 

Wie erlebst du die Zusammenarbeit im Stiftungsrat? Was zeichnet das Gremium besonders aus?

Die Zusammenarbeit empfinde ich als sehr angenehm und wertschätzend. Unterschiedliche Meinungen werden offen eingebracht, Fragen gestellt und auch kritische Punkte konstruktiv diskutiert. Am Ende verlassen alle den Raum mit gegenseitigem Respekt.

Eine spürbare Trennung zwischen den Vertreterinnen und Vertretern der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite nehme ich dabei nicht wahr.

 

Was hast du seit deiner Zeit im Stiftungsrat persönlich gelernt?

Die mehrtägige Ausbildung für Stiftungsrätinnen und Stiftungsräte sowie die jährlichen Weiterbildungen haben mir ein deutlich tieferes Verständnis für die berufliche Vorsorge vermittelt.

Ebenso bereichert mich die Zusammenarbeit im Stiftungsrat und mit der Geschäftsleitung. Von ihrer Erfahrung im institutionellen Investieren kann ich viel lernen.

 

Was wünschst du dir für die Stiftung Abendrot in den kommenden fünf Jahren?

Es erfüllt mich mit Stolz, dass Abendrot heute zu den wenigen Pensionskassen gehört, die als Vorbild für nachhaltiges Investieren gelten. Noch schöner wäre es, wenn wir weitere Pensionskassen auf diesem Weg mitnehmen und nachhaltiges Investieren zum neuen Standard machen könnten.

Gleichzeitig wünsche ich mir, dass unsere Anlagen auch künftig erfolgreich performen, sodass wir unseren Versicherten weiterhin eine attraktive Verzinsung bieten und ihre Renten langfristig sichern können.

 

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