Case Management gewinnt an Bedeutung – besonders dann, wenn Krankheit oder Unfall den Berufsalltag abrupt verändern. Ab Januar 2026 führt Abendrot diese Aufgabe erstmals intern. Die Unterstützung für Betroffene bleibt unverändert zuverlässig; gleichzeitig gewinnt Abendrot mehr Nähe zu den Prozessen und kann die Zusammenarbeit mit den Partnerfirmen gezielter gestalten. Den Aufbau verantwortet Jennifer Altermatt, die seit über zwei Jahrzehnten im Gesundheitswesen tätig ist und 2025 zu Abendrot stiess.
Schon früh entdeckte Jennifer Altermatt ihre Faszination für die Schnittstelle zwischen Medizin und sozialer Unterstützung – ein Interesse, das sie bis heute begleitet. Als Pflegefachfrau, Berufsbildnerin und später als Leiterin einer Pflegestation im Altersheim lernte sie unterschiedliche Lebensrealitäten kennen. Nach dem CAS Case Management und ihrer Tätigkeit als Case Managerin am Universitätsspital Basel fand sie ihr eigentliches Berufsgebiet: Menschen nach gesundheitlichen Krisen dabei zu unterstützen, wieder berufliche Perspektiven zu entwickeln. «Viele wissen in solchen Momenten nicht, wie es weitergehen kann. Genau dort einen Weg aufzuzeigen, finde ich sinnvoll und erfüllend», sagt sie.
Feinfühlige Triage statt Checkliste
Bei Abendrot sichtet Jennifer Altermatt künftig alle Meldungen zu länger dauernden Arbeitsausfällen und prüft, bei welchen ein Case Management sinnvoll ist. Dabei verlässt sie sich nicht auf starre Kriterien, sondern auf ihr geschultes Sensorium: medizinische Diagnose, berufliche Situation, Alter und vor allem das persönliche Gespräch helfen bei der Einschätzung. «Man spürt rasch, ob die Person Unterstützung möchte und ob sich gemeinsame Schritte lohnen.»
Fällt die Entscheidung zugunsten eines Case Managements, klärt sie zunächst, ob ein solches bereits durch die Krankentaggeldversicherung eingeleitet wurde. Ist dies nicht der Fall, sammelt sie die relevanten Unterlagen und übergibt das Dossier an eine der Partnerfirmen: HMS, Sulser & Partner oder PKRück. Regelmässige Rückmeldungen sorgen für eine enge, vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Abendrot, externen Fachpersonen und den Betroffenen.
Wieder eingliedern statt aufgeben
Ein grosser Teil der Langzeitausfälle hat psychische Ursachen und betrifft zunehmend auch junge Menschen. Hier ist frühes, koordiniertes Handeln besonders wichtig. Oft kommen zusätzliche Belastungen oder Begleiterkrankungen hinzu. Ein Case Management beleuchtet die Situation umfassend und schafft Perspektiven: Es vernetzt medizinische Fachpersonen, Therapien, Arbeitgeberin oder Arbeitgeber, Sozialversicherungen und das Umfeld, organisiert Gespräche und klärt mögliche Anpassungen im Job oder neue berufliche Wege. Ziel ist eine nachhaltige Rückkehr ins Arbeitsleben und die Wiedergewinnung sozialer Teilhabe. Freude bereiten Jennifer Altermatt jene Momente, in denen Menschen nach schwierigen Phasen wieder Zuversicht gewinnen: «Wiedereingliederung ist nicht nur wirtschaftlich sinnvoll – sie gibt Menschen Zukunft. Wenn ich dazu beitragen kann, ist das die schönste Bestätigung.»
Ein Aufbaujahr mit klarer Mission
Der Wechsel zum internen Case Management erfolgt im Zuge des neuen Rückversicherungsmodells ab 2026, bei dem Abendrot die Arbeitsunfähigkeitsmeldungen selbst beurteilt. Für Versicherte bleibt alles wie gewohnt – intern entstehen jedoch kürzere Wege, klarere Prozesse und mehr Erfahrungswissen. 2025 stand für Jennifer Altermatt im Zeichen des Aufbaus: Auswahl der Partnerfirmen, Prozessgestaltung, Vertragsabschlüsse und technische Abläufe.
Für die Zukunft ist es ihr wichtig, die bewährte Unterstützung nahtlos fortzuführen, die Wirkung des Case Managements weiter zu stärken und sicherzustellen, dass die neu definierten internen Prozesse optimal ineinandergreifen.
Leistungsdienst Abendrot
Der Leistungsdienst unterstützt Arbeitgebende und Versicherte bei Pensionierung, Arbeitsunfähigkeit, Invalidität und Todesfall. Er berät zu Pensionierung und Altersleistungen, prüft Risiken von Eintritten, verarbeitet Leistungs-, Invaliditäts- und Prämienbefreiungsfälle und koordiniert alle notwendigen Unterlagen. Ein Team aus sieben Fachpersonen sorgt für eine effiziente Abwicklung. Das neue interne Case Management ist dem Leistungsdienst angegliedert.