Was verbindet eine Mine in den peruanischen Anden mit einer nachhaltigen Anlagestrategie in der Schweiz? Der aktuelle Tätigkeitsbericht des Fonds BKB Physical Gold Fairtrade Max Havelaar gibt darauf eine konkrete Antwort. Er zeigt, wie die Investition von Abendrot Wirkung entfaltet – und wie sich diese anhand aktueller Zahlen und Entwicklungen nachvollziehen lässt.
Ein Fonds mit klarer Herkunft und Haltung
Der Fonds BKB Physical Gold Fairtrade Max Havelaar wurde gemeinsam von der Basler Kantonalbank und Fairtrade Max Havelaar entwickelt – dies auf Initiative von Abendrot, die gezielt nach einer nachhaltigen Goldanlage suchte. Nach seiner Gründung 2022 war Abendrot die Ankerinvestorin. Per Ende 2025 war sie mit CHF 91.9 Mio. investiert.
Der Fonds investiert ausschliesslich in physisches Gold aus Fairtrade-zertifizierten Kleinminenorganisationen in Peru. Dieses Gold ist vollständig rückverfolgbar und wird in Form von 1-Kilogramm-Barren mit hoher Reinheit gehalten.
Grundlage bildet ein umfassender Standard mit 197 Kriterien, der soziale, ökologische und ökonomische Anforderungen entlang der gesamten Lieferkette definiert. Ergänzt wird dieser durch unabhängige Zertifizierungen und regelmässige Audits. Ein zentrales Element des Ansatzes ist die Fairtrade-Prämie von 2’000 USD pro Kilogramm Gold. Sie wird zusätzlich zum Marktpreis bezahlt und steht den Minenorganisationen für gemeinschaftlich definierte Entwicklungsprojekte zur Verfügung.
Wachstum des Fonds – und der Wirkung
Seit der Lancierung im Jahr 2022 hat sich der Fonds kontinuierlich entwickelt. Per Ende 2025 umfasst er 2’536 Kilogramm physisch hinterlegtes Fairtrade-Gold, mit einem Höchststand von 2’765 Kilogramm im Berichtsjahr. Allein im Zeitraum April bis Dezember 2025 wurden durch den Zukauf von neuem Gold Prämien von 890’000 USD generiert. Insgesamt summieren sich die Prämien seit Lancierung auf über 5,5 Millionen USD.
Für Abendrot bestätigt sich damit der gewählte Ansatz: Eine klar definierte Anlagestrategie kann stabile Werte schaffen und gleichzeitig messbare Wirkung entfalten. Diese zeigt sich besonders deutlich bei der Verwendung der Prämiengelder. Sie werden von den Minenorganisationen eigenständig verwaltet und gezielt eingesetzt.
Die Auswertung der letzten Jahre zeigt eine klare Priorisierung:
- 50 % der Mittel fliessen in bessere Arbeits- und Lebensbedingungen der Mineurinnen und Mineure
- 37 % in produktive Investitionen und Effizienzsteigerungen
- 7 % in Umweltmassnahmen
- 6 % in Gemeinschaftsprojekte
Damit werden konkrete Verbesserungen ermöglicht – von sicheren Unterkünften und Schutzausrüstung über effizientere und zunehmend quecksilberfreie Produktionsmethoden bis hin zu Bildungs- und Gesundheitsangeboten. Rund 2’400 Arbeitende und Mitinhabende profitieren direkt davon.
Transparenz als Grundlage für Weiterentwicklung
Neben der sozialen Wirkung rückt zunehmend auch die ökologische Dimension in den Fokus. Im Berichtsjahr wurde erstmals eine umfassende Ökobilanz für das im Fonds enthaltene Gold erstellt.
Die Ergebnisse zeigen einen im Vergleich zu relevanten Benchmarks günstigen ökologischen Fussabdruck im Kleinbergbau – und machen gleichzeitig deutlich, wo weiteres Verbesserungspotenzial besteht, insbesondere bei der Energieversorgung.
Die aktuellen Entwicklungen zeigen damit klar: Der von Abendrot angestossene Fonds ist mehr als ein Anlageinstrument. Er ist ein Beispiel dafür, wie durch klare Haltung, Partnerschaften und langfristiges Engagement neue Standards im Markt entstehen – mit konkretem Nutzen für Mensch und Umwelt.