Unsere Anlagen sollen nicht nur rentieren. Die uns anvertrauten Gelder investieren wir nach strengen sozialen, ethischen und ökologischen Kriterien.

Investitionen, die bewegen

Alle unsere Anlagen finden Sie in der Übersicht.

Unter den herkömmlichen Strategien für nachhaltiges Investieren sind Ansätze verbreitet, die gewisse Sektoren wie die Waffen- oder Atomindustrie ausschliessen («Ausschlüsse»), ESG-Ratings bei der Investition berücksichtigen («ESG Integration») oder sich auf ESG-Branchenführer in den jeweiligen Industrien konzentrieren («best in class»). Impact Investment hingegen geht einen Schritt weiter, indem es aktiv positive soziale oder ökologische Entwicklungen fördern und unterstützen möchte und die Anlagen entsprechend klassifiziert.

Bei der Auswahl unserer Wertschriftenanlagen stützen wir uns auf die Nachhaltigkeitsraster (ESG-Ratings) unserer Partnerbanken, der Stiftung Ethos und auf eigene Analysen zur Klassifizierung der Wirkung unserer Investitionen.

Zur Ausübung unserer Stimmrechte und um uns aktiv mit gleichgesinnten Investoren für brennende ESG-Themen zu engagieren, sind wir Mitglied bei der Stiftung Ethos und ihren Engagement Pools Schweiz und International. Bei beiden Pools gehören wir auch zu den Gründungsmitgliedern. Ebenso sind wir Mitglied bei Actares (für allgemeine Informationen zu Nachhaltigkeit und Corporate Governance). Wir haben die Tobacco-Free- und die Fossil-Free-Initiativen unterzeichnet und verpflichten uns, auf Tabakfirmen und fossile Energien in unseren Portfolios zu verzichten. Schliesslich sind wir im Vorstand der Swiss Sustainable Finance (SSF) vertreten.

So beurteilen wir unsere Wertschriften

Unsere eigene Analyse der Wirkung unserer Investitionen beruht auf der Methode des «Impact Management Project». Über 2'000 Organisationen haben sich dieser internationalen Initiative angeschlossen – mit dem Ziel, einen weltweiten Konsens zur Messung und Steuerung von Nachhaltigkeit zu etablieren. Die Wirkung einer Investition auf Mensch und Umwelt, der Impact, lässt sich demnach entlang zweier Dimensionen beschreiben: derjenigen des Effekts der Investition auf die Welt und derjenigen des Effekts durch den Beitrag des Investors zu dieser Investition.

Der Effekt der Investition auf die Welt bezeichnet die soziale, ökologische oder ethische Wirkung, welche die Anlage bzw. das Unternehmen erzielt, in die oder das investiert wird:

  • Das Unternehmen hat möglicherweise schädliche Auswirkungen auf Menschen oder die Umwelt oder handelt unethisch.
  • Das Unternehmen trifft Massnahmen, um schädliche Auswirkungen auf Mensch und Umwelt zu vermeiden oder erheblich zu mindern.
  • Das Unternehmen vermeidet nicht nur schädliche Auswirkungen, sondern schafft Nutzen für Stakeholder / betroffene Interessengruppen und dient Mensch und Umwelt
  • Das Unternehmen fördert Lösungen für benachteiligte Personen oder Umweltprobleme und kann somit im Bereich verschiedener von der UNO definierten Social Development Goals (SDGs) einen stark positiven Effekt erzielen, der auch gemessen werden kann.

Investoren-Beitrag: Ein Investor kann vier Strategien verfolgen, um bei einer Investition (in eine Firma, einen Fonds, etc.) eine aus Sicht der Nachhaltigkeit positive Wirkung zu erzielen. Je mehr Strategien kombiniert werden, desto grösser der Beitrag des Investors. Er kann:

  • ein Signal setzen, dass mit der Investition eine Wirkung/ein Impact erzielt werden soll und dadurch Anlagekategorien ausschliessen oder bevorzugen – mit dem Ziel, die Finanzmärkte zu beeinflussen, das eigene Handeln auszuloben und den Druck auf die Konkurrenz zu erhöhen.
  • sich aktiv einbringen, Engagement zu betreiben, um die investierte Firma oder den Vermögensverwalter/Fondsmanager dazu zu bringen, sich verbindliche Nachhaltigkeitsziele zu geben, ESG-Risiken einzubeziehen und positive ESG-Effekte zu erzielen.
  • eine Vorreiterrolle einnehmen und zu versuchen, neue oder unterversorgte Kapitalmärkte entwickeln (vor allem im Süden und eher über Privatmarktanlagen).
  • für wirkungsvolle Vorhaben flexibles Kapital bereitstellen und geringere Erträge als die dabei üblichen Marktrenditen in Kauf nehmen – zum Beispiel um marginalisierten Bevölkerungsgruppen langfristig den Kapitalzugang zu ermöglichen.

Investitionsbeispiel: Die Wirkung von Faircapital

Faircapital finanziert Darlehen an Fairtrade zertifizierte Produzenten im globalen Süden, vor allem in Lateinamerika. Im Fokus stehen zur Zeit vor allem Kaffee- und Kakao-Plantagen.

Faircapital verbindet in einzigartiger Weise eine gute Rendite mit einer quantifizierbaren Wirkung. Die Fairtradezertifizierung der Darlehensnehmer erhöht die Sicherheit unserer Anlagen im Vergleich zu ähnlich riskanten Anlagen. Mit Faircapital können die UN SDGs 1 (Reduktion von Armut), 2 (Reduktion von Hunger), 8 (Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum) und 12 (Verantwortungsvoller Konsum und Produktion) gefördert werden.

Die Wirkung von Faircapital wird als C 4 klassifiziert:

C, da das Unternehmen explizit die UN SDGs 1 (Reduktion von Armut), 2 (Reduktion von Hunger), 8 (Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum) und 12 (Verantwortungsvoller Konsum und Produktion) fördert und somit eine klare Lösungsorientierung verfolgt.

4, da die Stiftung Abendrot als Investorin nicht nur ein Zeichen setzen will, dass ihr die Erzielung einer Wirkung wichtig ist, dass sie sich engagiert (im Dialog mit Faircapital u.a. auch im Verwaltungsrat), sondern dass sie auch aktiv daran interessiert ist, eine Anlagekategorie aufzubauen, die noch wenig Finanzierung erfährt.

Weitere Informationen finden Sie im Factsheet.

So üben wir unsere Stimmrechte aus

Nach der Verordnung gegen übermässige Vergütungen bei börsenkotierten Aktiengesellschaften (VegüV) müssen Vorsorgeeinrichtungen seit 2015 die Aktionärsstimmrechte sämtlicher Schweizer Unternehmen, die in der Schweiz oder im Ausland kotiert sind, systematisch im Interesse der Versicherten ausüben.

Die Stiftung Abendrot hat bereits lange vor Einführung dieser Verordnung die Aktionärsstimmrechte wahrgenommen. Dabei richten sich die Abstimmungspositionen nach dem langfristigen Interesse der Aktionäre, der Unternehmen und der zivilen Gesellschaft. Sie basieren auf den jeweiligen Richtlinien der Ethos Stiftung für nachhaltige Entwicklung. 
Nehmen Sie Einblick, wie die Stiftung Abendrot ihre Stimmrechte an den Generalversammlungen schweizerischer Unternehmen wahrgenommen hat...

Die Stiftung Abendrot als transparente und nachhaltige Pensionskasse dehnt die Wahrnehmung der Stimmrechte ab dem 2. Quartal 2018 auf einen wesentlichen Teil ihrer ausländischen Aktienanlagen aus. Die Analysen der Traktanden der Generalversammlung mit den Stimmempfehlungen werden dabei wiederum durch die Stiftung Ethos durchgeführt. 
Nehmen Sie Einblick, wie die Stiftung Abendrot ihre Stimmrechte an Generalversammlungen internationaler Unternehmen wahrgenommen hat...

So führen wir den Unternehmensdialog

Als Mitglieder der Ethos Engagement Pools Schweiz und International führen wir den Unternehmensdialog in folgenden Bereichen und mit folgenden Ergebnissen:

Resultate der Klimaverträglichkeits-Pilottests

Die Stiftung Abendrot hat an den freiwilligen Klimaverträglichkeits-Pilottests des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) und des Staatssekretariats für internationale Finanzfragen (SIF) teilgenommen.

Im folgenden finden sich Zusammenfassungen der Ergebnisse:

Für weiterführende Auskünfte wenden Sie sich bitte an Dr. Dominique Becht.

Einanlegerfonds "Abendrot Vermögensfonds"

Im Bereich ‘Wertschriften’ kam es im Februar 2017 zu einem zukunftsträchtigen Schritt: Das Vorsorgevermögen im Bereich der Wertschriften wurde neu in einem sogenannten „Einanlegerfonds“ organisiert. Die Gründung eines solchen Einanlegerfonds wurde durch das neue Kollektivanlagegesetz möglich, welches seit dem 01.01.2013 in Kraft ist. Viele grössere Pensionskassen in der Schweiz nutzen diese Möglichkeit bereits.

Ein Einanlegerfonds ist eigentlich nichts anderes als ein Anlagefonds mit einer Depotbank (im Fall der Stiftung Abendrot die Royal Bank of Canada in Zürich), welche die Anlagen des Fonds als Sondervermögen (ausserhalb der Bankbilanz) verwahrt und einer Fondsleitung (im Fall der Stiftung Abendrot die Swiss Rock Asset Management AG in Zürich), welche die Geschäftsführung des Fonds wahrnimmt. Diese wird im Interesse und im Auftrag der Anlegerin (im vorliegenden Fall nur die Stiftung Abendrot!) durchgeführt. Dabei werden die Vermögensverwaltungsaufträge zwar von der Fondsleitung erteilt, aber nur auf Auftrag und mit Zustimmung der Stiftung Abendrot, welche das ausschliessliche Recht dazu hat. Weitere Aufgaben der Fondsleitung bestehen unter anderem im Führen der Fonds-/Wertschriften-Buchhaltung, der Kontrolle der Einhaltung der von der Stiftung Abendrot vorgegebenen Anlage- und Nachhaltigkeitsrichtlinien sowie der gesetzlichen Vorschriften.

Die Stiftung Abendrot kauft mit einem Einanlegerfonds also kein Produkt oder eine Wertschrift, sondern gründet eine juristischen „Fonds-Hülle“, in welche das Wertschriftenvermögen ihrer Versicherten eingebracht wird und in welcher sie bestimmt, was, wie und mit wem angelegt werden soll.

Dies bringt der Stiftung folgende Vorteile:

  • Der Zusammenzug der Vermögenswerte in einer Fondslösung steigert die administrative Effizienz ohne Verlust der Handlungsfähigkeit.
  • Alle Wertschriften werden zentral von einer Depotbank verwaltet, was die Übersicht erhöht und mit einer zentralisierten Wertschriftenbuchhaltung die Kosten senkt.
  • Aufgaben wie die Kontrolle der Anlagetätigkeit, die tägliche Überprüfung der Anlagerichtlinien sowie die Einhaltung von regulatorischen Anforderungen werden von der Fondsleitung wahrgenommen. Dies stellt erhöhte Transparenz und Unabhängigkeit sicher.
  • Die Fondsleitung, die Depotbank und sowie die beauftragten Vermögensverwalter unterstehen der Aufsicht durch die FINMA, was die regulatorische Sicherheit zusätzlich verbessert.
  • Mit dem Einanlegerfonds können Wertschriftenverwaltung und Nachhaltigkeit getrennt werden. Das erlaubt der Stiftung Abendrot, mit Unterstützung der Ethos-Stiftung als Partnerin, selbständig einen banken-unabhängigen Nachhaltigkeitsansatz umzusetzen.
  • In einem Einanlegerfonds fallen auf den Transaktionen keine Schweizer Stempelsteuer und keine Mehrwertsteuer auf Dienstleistungen (Vermögensverwaltung) an.

Die Stiftung Abendrot behält als alleinige Investorin („Einanlegerin“) die volle Kontrolle über den Fonds und die darin verwalteten Wertschriftenvermögen. Für die Versicherten ändert sich faktisch nichts. Beide aber profitieren von einer erhöhten regulatorischen Sicherheit für die Vorsorgevermögen und von der Möglichkeit der selbständigen Definition der Nachhaltigkeit unter Einbezug der Anliegen ihrer Versicherten.

T 061 269 90 20
stiftung @ abendrot.ch

Stiftung Abendrot
Die nachhaltige Pensionskasse
Güterstrasse 133
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