Ein Jahr nach den letzten Neuigkeiten aus Zollikofen gibt es erneut Erfreuliches zu berichten: Der Anlageausschuss Immobilien und der Stiftungsrat haben den Baukredit für den Umbau des Weberguts sowie für den Neubau des Mehrfamilienhauses (MFH) bewilligt. Nach Fertigstellung wird das Gesamtanlagevolumen rund 85 Mio. CHF betragen.
Zuvor stand ein weiteres Jahr intensiver Planung an: Nach der TU-Evaluation im Spätsommer 2024 schloss Abendrot mit der Komplex Bau AG eine Projektentwicklungsvereinbarung ab. Auf Grundlage der gemeinsamen Arbeiten konnte nun der Baukredit gesprochen werden – für den Umbau des Weberguts und den Neubau des Mehrfamilienhauses. Nach Fertigstellung wird das Anlagevolumen rund 85 Mio. CHF betragen. Parallel arbeitet auch die Post Immobilien AG an einer Überbauungsordnung, wodurch sich das Quartier weit über 2030 hinaus weiterentwickeln wird.
Gemeinschaftliches Konzept, genossenschaftliche Mieterin
Der Neubau an der Ecke Kirchlindach-/Webergutstrasse wird das Areal künftig klar markieren. Das neue Gebäude ist mit dem bestehenden Bau technisch und räumlich eng verzahnt: Die Einstellhalle im Untergeschoss, die gemeinsam geplante Geothermieanlage und der abgestimmte Aussenraum bilden ein harmonisches Gesamtgefüge. Die Spielfläche steht künftig nicht nur den Bewohnenden der Abendrot-Liegenschaften, sondern auch der neuen Nachbarschaft im Nordosten offen – ein bewusst gemeinschaftliches Konzept.
Das umgebaute Webergut wird per Globalmietvertrag an die Genossenschaft Urbane Dörfer vergeben. Ihr «Nukleus» besteht aus fünf Parteien, die seit drei Jahren in Zollikofen leben und die Zwischennutzung des Weberguts wesentlich geprägt haben. Zum Jahreswechsel ziehen die genossenschaftlichen Nutzungen in eine neue temporäre Fläche der Post Immobilien um – und bleiben dem Projekt auch während der Bauphase eng verbunden.
Als künftige Globalmieterschaft übernehmen die Urbanen Dörfer Verantwortung für insgesamt 114 Wohnungen, grosszügige Gemeinschaftsflächen und die im Rohbau übergebenen Gewerberäume. Sie beginnen voraussichtlich mit dem Jahreswechsel 2025/26 mit der Zeichnung von Anteilsscheinen. Bis dahin vertiefen wir gemeinsam den Entwurf des Globalmietvertrags mit all seinen Schnittstellen, Bedingungen und Regelungen. Parallel entwickelt die Genossenschaft ihre Community weiter und organisiert Informationsanlässe für Interessierte.
Neubau mit Augenmass
Der Mehrfamilienhaus-Neubau wird nach intensiven Diskussionen nun gleichzeitig mit dem Umbau des Weberguts realisiert. Das schafft Kostensynergien und erspart unseren Mietenden direkt nach Erstbezug eine neue Baustelle vor der Nase. Die Bewohnerschaft beider Häuser wünschen wir uns als lebendige Hausgemeinschaften. Im Neubau entstehen dafür ein Gemeinschaftsraum und eine Dachterrasse.
Die ursprünglich geplante Holzbauweise konnte aufgrund der Kombination aus kleiner Grundfläche, grosser Gebäudehöhe und hohem Betonanteil im Untergeschoss nicht wirtschaftlich umgesetzt werden. Der ökologische Anspruch bleibt jedoch hoch: Geothermie bildet das Herzstück der Wärmeversorgung; ergänzend kommt im Umbau eine Luftwärmepumpe für Warmwasser zum Einsatz. Eine PV-Anlage vor Ort stärkt zudem die Eigenenergieproduktion.
Aktuell läuft die 300-Meter-Probebohrung für die Erdwärme – ein aufwändiger Schritt, der bereits so viel kostet wie vier nagelneue E-Bikes. Toi, toi, toi!
Vertragsarbeiten – intensiv und partnerschaftlich
Parallel zur Entwicklung laufen die Vertragsarbeiten mit der Komplex Bau AG, begleitet von den Bauherrenvertretern der Kontor Projektmanagement AG in Bern. Der TU-Vertrag ist kompakt, aber anspruchsvoll, ergänzt durch zahlreiche Anhänge wie Pläne, Baubeschriebe und Fachplanerergebnisse, die vollständig und widerspruchsfrei sein müssen.
Die Zusammenarbeit findet auf Augenhöhe statt – professionell, konstruktiv und geprägt von Freude am gemeinsamen Fortschritt. Auch wenn die letzte achtstündige Verhandlungsrunde ohne ein Foto endete: Die Energie für die kommenden zweieinhalb Jahre ist spürbar.
Projektleitung Abendrot: Tilman Körner