Vernünftig im Umgang mit Ressourcen, in jeder Hinsicht: Wir investieren in soziale und ökologische Anlagen. Wir werten Sicherheit höher als Gewinnmaximierung, wir setzen auf langfristige Kundenbeziehungen.

Respektvoller Umgang mit dem uns anvertrauten Gut

Nachhaltigkeit ist zentral für die Stiftung Abendrot. Seit der Gründung ist dies Basis für unsere Werte und Grundsätze. Von den Anlagestrategien bei Wertschriften- und Immobilienanlagen über unsere Dienstleistungen bis zu den Mitsprachemöglichkeiten lebt die Stiftung Abendrot Nachhaltigkeit Tag für Tag. Mit und für unsere Kundinnen und Kunden.

Wie wir Nachhaltigkeit bei der Stiftung Abendrot leben

Angeschlossene Betriebe

  • Wir nehmen Firmen und Institutionen bei uns auf, die unsere Grundsätze betreffend Nachhaltigkeit schätzen.
  • Wir pflegen mit unseren Kundinnen und Kunden langfristige Beziehungen.
  • Bei der Vergabe von Aufträgen laden wir angeschlossene Firmen zur Offertstellung ein.

 

Kundendienst

  • Wir pflegen bewusst den persönlichen Kontakt zu den angeschlossenen Firmen.
  • Wir bieten den versicherten Personen individuelle Beratungen und passende Lösungen an.
  • Unsere unterschiedlichen Kunden behandeln wir alle gleichwertig.
  • Unsere Verarbeitungszeiten sind deutlich kürzer als bei anderen Sammelstiftungen.

 

Leistungen und Risikomanagement

  • Unsere Leistungen sind sozialpolitisch fortschrittlich und berücksichtigen verschiedene Lebensentwürfe. 
  • Im Interesse der bei uns versicherten Personen betreiben wir ein faires und systematisches Risikomanagement bei der Aufnahme neuer Betriebe.

 

Mitsprache, Information, Nähe

  • Mit der jährlichen Delegiertenversammlung ermöglichen wir den angeschlossenen Betrieben und Versicherten eine echte Mitsprache.
  • Die versicherten Personen, angeschlossenen Firmen und Interessierte informieren wir regelmässig. 
  • Wir kommunizieren transparent mit unseren Geschäftspartnern und in der Öffentlichkeit.
  • Wir bieten allen versicherten Personen kostenlose Pensionskassenkurse an.

 

Organisation und Qualität

  • Wir organisieren unsere Geschäftsprozesse dienstleistungsorientiert und schlank.
  • Wir definieren und überprüfen die Qualität unserer Dienstleistungen laufend. 

 

Anlagen

  • Auch in schwierigen Jahren hält die Stiftung Abendrot die gute Vorsorge mit fairen Anlagen erfolgreich und konstant ein – das beweist der Branchenvergleich.
    Wir verfolgen eine risikobewusste Anlagepolitik und investieren nur in Anlagen, die wir verstehen und die unserer Anlagepolitik entsprechen, sowie natürlich in eigene Liegenschaften. Dabei setzt der Markt, dem wir ebenso ausgesetzt sind, die Grenzen für die erzielbaren Renditen, was in Zeiten tiefer Zinsen auch für uns eine Herausforderung bedeutet.
  • Im Bereich Wertschriften investieren wir ausschliesslich in Firmen, die nach einer unabhängigen Umwelt- und Sozialanalyse zu den Besten ihrer Branche gehören. Wir investieren nicht in kritische Branchen.
  • Wir nehmen unsere Rechte als Aktionäre wahr und vertreten unsere Werte an den Generalversammlungen der investierten Firmen – mit Unterstützung der Ethos Stiftung für nachhaltige Entwicklung.
  • Wir bauen und bewirtschaften unsere Immobilien schadstoffarm und umweltbewusst.
  • Wir beteiligen uns an ökologisch und kulturell wertvollen Projekten.
  • Wir messen die Erträge der verschiedenen Anlagekategorien an klar definierten Benchmarks.

 

Einsatz der Mittel

  • Wir setzen die Verwaltungskosten-Beiträge im Sinne der Versicherten gezielt und sparsam ein.
  • Unsere Arbeitsmittel werden bewusst und umweltschonend ausgewählt und bewirtschaftet.

Nachhaltige Immobilien

Areal Lagerplatz: Partizipative Entwicklung auf dem ehemaligen Sulzer-Industrieareal

Nachdem Ende der 80er-Jahre die Produktion von Maschinen auf dem Areal Lagerplatz in Winterthur eingestellt wurde, zogen Zwischennutzer in die Industriebauten ein. Das fast 50 000 Quadratmeter grosse Areal direkt hinter dem Hauptbahnhof verwandelte sich in ein urbanes Arbeits- und Freizeitquartier. Auf Initiative des Arealvereins kaufte die Stiftung Abendrot 2009 den «Lagerplatz». Mit dem Kauf ging die Zeit der Zwischennutzung zu Ende, gleichzeitig wurde die Entwicklung weitergeführt. 

Nachhaltigkeit bedeutet für die Stiftung Abendrot auch, dass Entscheide nicht über die Köpfe der Betroffenen hinweg gefällt werden. Deshalb fand im September 2009 eine Zukunftskonferenz mit verschiedenen Interessentengruppen statt. Die rund 120 Mieterinnen, Anwohner, Mitglieder des Quartiervereins und Vertreterinnen der Stadt entwarfen gemeinsam die «Vision 2020» für die Entwicklung des Areals. Das daraus entstandene Nutzungskonzept wird von der Stiftung Abendrot im Austausch mit dem Arealverein umgesetzt.

Das Konzept umfasst folgende Schwerpunkte, die heute teilweise schon umgesetzt sind:

  • Auf die bestehende Mieterschaft Rücksicht nehmen
  • Charakter des Industrieareals erhalten
  • Industriebauten sorgfältig sanieren und umnutzen
  • Bestehenden Nutzungsmix weiterführen
  • Wohnatelier, Wohnterrassen, Info-Bar-Loge, Backpacker-Hotel, Restaurant und attraktiven Aussenraum realisieren
  • Areal von Autos weitgehend befreien

Nachhaltige Wertschriften

Microfinance 1: Mit dem Hühnerstall zum Erfolg

Seit wenigen Jahren hat die Stiftung Abendrot einen Teil der Vorsorgegelder im Bereich der Mikrofinanz angelegt. Wir machen uns auf die Suche, was dieses Geld bewirkt.

Abendrot hat aktuell sechs Millionen Franken in Oikocredit investiert, eine sozial ausgerichtete internationale Investmentgenossenschaft. Als ein Pionier vergibt Oikocredit seit 1975 Finanzierungen in aktuell 70 Entwicklungs- und Schwellenländern. Ziel dabei ist nicht die Maximierung des finanziellen Profits, sondern die grösstmögliche soziale und ökologische Wirkung. Abendrot leistet so zusammen mit weltweit rund 54'000 Privatpersonen und Institutionen einen Beitrag, damit Arbeitsplätze entstehen und Armut bekämpft werden kann. Stephan Bannwart, Mitglied der Geschäftsleitung, drückt es so aus: «Als nachhaltige Pensionskasse ist es uns sehr wichtig, dass unsere Anlagen Gutes bewirken – für die Gesellschaft genauso wie für unsere Versicherten. Deshalb investieren wir in Oikocredit. Das passt hervorragend zu unserer ‘DNA’.»

In Kambodscha finanziert Oikocredit mit den Geldern von Abendrot und anderen AnlegerInnen zum Beispiel den Partner KREDIT. Für das Leben von Menschen wie Tep Hohn geht es dabei um mehr als nur Geld.

Die Kambodschanerin hatte in die Aufzucht von Hühnern grosse Hoffnungen gesetzt. Sie wollte das Einkommen der Familie aufbessern und zu deren Ernährung beitragen. Wildtiere töteten jedoch schon bald die nicht eingezäunten Hühner. Das war für Tep Hohn ein schwerer Schlag.

Diese Problematik ist dem Kambodschanischen Mikrofinanzinstitut KREDIT bekannt. Seit einigen Jahren bietet die Mikrofinanzinstitution für ihre Kreditnehmenden Schulungen an. Die Kundinnen und Kunden lernen, wie sie Hühner züchten und einen Hühnerstall bauen.

Auch Tep Hon besuchte nach dem Verlust ihrer ersten Hühner einen solchen Kurs. Die 40-Jährige lebt mit ihrem Mann und ihren vier Söhnen auf dem Land. Mit ihrem ersten Kredit hat sie ihren jetzigen Hühnerstall errichtet und erneut Hühner gekauft.

Oikocredit ist seit 2007 Partner von KREDIT. Durch die Zusammenarbeit erhalten 80 000 Menschen Zugang zu Finanzdienstleistungen. Die Mehrheit von ihnen sind Frauen aus ländlichen Regionen.

Heute hat Tep Hon den vierten Kleinkredit bei KREDIT aufgenommen. Die Kredite erlauben es ihrer Familie, Dünger für ihren privaten Reisanbau zu kaufen oder die Hühnerzucht zu intensivieren. Zwei ihrer vier Kinder gehen noch zur Schule. Für die beiden wünscht sie sich einen höheren Schulabschluss, damit sie später einen guten Beruf erlernen. Sie selbst träumt von einem Motorrad.

Microfinance 2: Win-win-Situation mit sinnvollen Mikrokrediten in Armenien

Die Stiftung Abendrot hat im August 2015 beschlossen, 25 Millionen Franken in sogenannten Microfinance-Projekten anzulegen. Fünf Millionen werden über BlueOrchard Finance SA in die Verbesserung der Lebensbedingungen von Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern investiert. Weitere zehn Millionen sind über AlphaMundi Group Ltd. geplant.

Kleinstunternehmerinnen und -unternehmer erhalten wegen fehlender Sicherheiten kaum Bankkredite. Meist müssen sie sich zu hohen Zinsen Geld besorgen. Microfinance-Projekte gewähren diesen Kleinunternehmenden Kredite zu vernünftigen Bedingungen. Die Erfahrung zeigt: Mit kleinen Beträgen wird Grosses erreicht. Die Ausfallquote ist mit rund 1% relativ gering, die Performance mit 3 bis 4% nicht hoch, aber gut – und zudem unabhängig vom Auf und Ab an den weltweiten Börsen.

Profitieren von einem solchen Mikrokredit konnte zum Beispiel der Blumenladen AnyRose in Erivan, der Hauptstadt Armeniens. Dieser startete nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion mit einem Kapital von 300 USD. Dank einem Kredit der Inecobank von 50 000 USD konnte ein Geschäft an zentraler Lage eröffnet werden. Heute beträgt das Kreditvolumen 110 000 USD, 25 Personen verdienen nun im ausgebauten Laden und in einer Filiale ihren Lebensunterhalt.

Ein Gemüsebauer, der seine Produkte auf dem lokalen Markt oder en gros in der Hauptstadt verkauft, hatte mit 700 USD sein Geschäft begonnen. Mit einem Mikrokredit von 3000 USD konnte er Treibhäuser aus Plastik bauen. Nun leben er und seine beiden Söhne mit ihren Familien gut vom verkauften Gemüse.

Abendrot «fossil free»

Die Stiftung Abendrot wirkt bei der Initiative «fossil free» mit. Sie hat sich verpflichtet, alle Investitionen im Bereich fossiler Energieträger abzustossen. Ganz im Sinne einer nachhaltigen Anlagestrategie für unsere Versicherten und einer lebenswerten Zukunft.


Weitere Infos: fossil free

T 061 269 90 20
stiftung @ abendrot.ch

Stiftung Abendrot
Die nachhaltige Pensionskasse
Güterstrasse 133
Postfach
4002 Basel