 |
...zurück zur Übersicht
Abendrot investiert in WinterthurSeit 1. Januar 2009 ist die in Basel domizilierte Pensionskasse Stiftung Abendrot neue Besitzerin des ehemaligen Lagerplatzes auf dem Sulzer-Areal in Winterthur. Sie konnte das 4,6 Hektar grosse, von zahlreichen Nutzern belebte und in Winterthur beliebte Areal erwerben Die Stiftung Abendrot setzt sich zum Ziel, die auf dem Areal bestehende Lebens- und Arbeitsqualität zu erhalten und auszubauen.
In Winterthur hat die Firma Sulzer Anfang der 90er Jahre ihre Produktion im historisch gewachsenen, 23 Hektar grossen Industrieareal in der Stadtmitte aufgegeben. Erste geplante Grossüberbauungen wie «Winti Nova» oder «Megalou» scheiterten aufgrund von Vetos seitens der Bevölkerung, oder weil geeignete Investoren fehlten. Erst 2003 begann auf dem Sulzer-Areal eine rege Bautätigkeit. Im Schatten der Grossprojekte entwickelte sich auf dem 4,6 Hektar grossen Lagerplatz-Areal ein Experimentierfeld für unterschiedliche Nutzungen. Unterdessen ist dieses noch nicht überbaute Teilgebiet des Sulzer-Areals fast vollständig mit Zwischennutzern belegt: 100 kleinere und mittlere Betriebe mit 350 Angestellten - vom Klavierbauer bis zum Gartengestalter, von einer mechanischen Werkstatt zum Velokurier - haben trotz befristeten Mietverträgen aus dem unbelebten Industrieareal ein urbanes Arbeits- und Freizeitquartier geschaffen, das weit über die Stadtgrenzen hinaus Vorbildcharakter für nachhaltige Stadtentwicklung hat. Entsprechend wohl fühlt sich denn auch in der ehemaligen Kesselschmiede aus dem Jahr 1924 die Architekturabteilung der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW).
2006 haben die Eigentümer des Lagerplatz-Areals, die Sulzer Immobilien AG und die Schweizerische Post, zusammen mit der Stadt Winterthur eine Testplanung in Auftrag gegeben, die auch eine Neuüberbauung des Lagerplatzes vorsah. Als Reaktion darauf schlossen sich die dort ansässigen Betriebe im «Arealverein Lagerplatz» zusammen, um die Interessen der Mieter den Eigentümern und der Stadt gegenüber zu wahren und eine Alternative zur geplanten Neuüberbauung zu entwickeln. Sie wollten verhindern, dass die Vielfalt der heutigen Nutzung einer renditestärkeren, aber vermutlich monostrukturierten Nutzung ohne jegliche Anziehungskraft weichen muss.
Mit der Stiftung Abendrot kam der «Verein Lagerplatz» im Jahr 2007 in Kontakt. Wegen den positiven Erfahrungen mit der Umnutzung des «Gundeldinger Feldes» (auch eine ehemalige Sulzer-Industriebrache) wurde die Stiftung Abendrot als optimale Investorin und als Garantin dafür gesehen, dass das Areal erhalten und mit sanften Anpassungen weiterentwickelt würde. Nach einem Besuch des Lagerplatzes durch den Stiftungsrat und die Fachgruppe Immobilien hat die Stiftung Abendrot aufgrund intensivem Studium der Zahlen beschlossen, der Sulzer Immobilien AG und der Schweizerischen Post ein substanzielles Angebot für den Erwerb zu unterbreiten. Dies erfolgte im September 2007.
Die Verhandlungen, die in den nächsten anderthalb Jahren folgten, bezeichnet Hans-Ulrich Stauffer, Geschäftsführer der Stiftung Abendrot, als «hart, aber zielorientiert». Dank Entgegenkommen aller Beteiligten, aber auch Dank der wohlwollenden Begleitung durch den Winterthurer Stadtpräsidenten Ernst Wohlwend, konnte der Kaufvertrag am 8. Januar 2009 unterzeichnet werden.
Für die Mieterinnen und Mieter, die einen befristeten Mietvertrag bis November 2010 hatten, ist damit die Zeit der Unsicherheit vorbei. Die Mietverträge werden verlängert, Mietzinserhöhungen aufgrund der Handänderung wird es keine geben. Zu den weiteren Absichten äussert sich Hans-Ulrich Stauffer so: «Wir werden mittelfristig in enger Zusammenarbeit mit den Mieterinnen und Mietern Überlegungen zu den Entwicklungsperspektiven des Areals anstellen. Schrittweise werden die bestehenden Bauten renoviert, soweit dies sinnvoll ist. Altlasten werden gewissenhaft saniert. Wir verschliessen uns auch nicht vor allfälligen Rückbauten und der Errichtung von Neubauten. Wir haben Zeit, die künftige Nutzung und Entwicklung sorgfältig zu planen. Ziel soll immer sein, bestehende Lebens- und Arbeitsqualität zu erhalten und auszubauen. Damit entsprechen wir unserem Credo, als Pensionskasse nachhaltig zu investieren.»
Verwendung frei mit Quellenangabe.
www.lagerplatz.ch
...zurück zur Übersicht
|
 |